Walter Ulbricht war einer der wichtigsten Politiker der DDR. Über zwei Jahrzehnte prägte er die Politik der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) und den Aufbau des sozialistischen Staates.
Besonders eng ist sein Name mit dem Aufbau der DDR, dem Volksaufstand vom 17. Juni 1953 und dem Bau der Berliner Mauer 1961 verbunden. Bis zu seiner Entmachtung 1971 gehörte Ulbricht zu den mächtigsten Politikern Ostdeutschlands.
| Information | Details |
|---|---|
| Vollständiger Name | Walter Ernst Paul Ulbricht |
| Geboren | 30. Juni 1893 in Leipzig |
| Gestorben | 1. August 1973 |
| Partei | KPD, später SED |
| Wichtige Ämter | SED-Parteichef, Staatsratsvorsitzender |
| Ehefrau | Lotte Ulbricht |
| Bekannt für | Aufbau der DDR, Berliner Mauer |
Wer war Walter Ulbricht?
Walter Ulbricht wurde am 30. Juni 1893 in Leipzig geboren. Er machte zunächst eine Ausbildung zum Tischler und kam bereits als Jugendlicher mit der sozialistischen Arbeiterbewegung in Kontakt.
1912 trat Ulbricht in die SPD ein. Während des Ersten Weltkriegs leistete er Militärdienst. Nach dem Krieg schloss er sich der kommunistischen Bewegung an und wurde Mitglied der KPD.
Ausführliche biografische Angaben zu seinem politischen Weg bietet die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Sie dokumentiert unter anderem seinen Aufstieg innerhalb der kommunistischen Partei und seine späteren Ämter in der DDR.
Walter Ulbrichts Jugend und politische Anfänge
Vom SPD-Mitglied zum Kommunisten
Nach der deutschen Revolution von 1918/19 beteiligte sich Walter Ulbricht am Aufbau der kommunistischen Bewegung in Leipzig. Ab 1920 arbeitete er hauptberuflich für die KPD.
In den folgenden Jahren stieg er innerhalb der Partei auf. Von 1928 bis 1933 gehörte er dem Reichstag an. Innerhalb der KPD entwickelte er sich zu einem wichtigen Funktionär und pflegte enge Kontakte zur kommunistischen Führung in Moskau.
Walter Ulbricht im Exil und die Gruppe Ulbricht
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 musste Ulbricht Deutschland verlassen. Er hielt sich zunächst unter anderem in Frankreich auf und lebte später in der Sowjetunion.
Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete er in Moskau für die kommunistische Bewegung. Nach dem Ende des Krieges kehrte er im Mai 1945 mit der sogenannten Gruppe Ulbricht nach Deutschland zurück.
Was war die Gruppe Ulbricht?
Die Gruppe bestand aus deutschen Kommunisten, die aus Moskau in die sowjetische Besatzungszone zurückkehrten. Ihre Aufgabe war es, beim Aufbau der politischen Verwaltung und der KPD-Strukturen mitzuwirken.
Ulbricht nahm dadurch früh eine wichtige Position in der deutschen Nachkriegspolitik der sowjetischen Besatzungszone ein. 1946 wurden KPD und SPD in der sowjetischen Zone zur SED vereinigt.
Walter Ulbricht und der Aufbau der DDR
Nach der Gründung der DDR am 7. Oktober 1949 wurde Ulbricht zu einer der zentralen Figuren des neuen Staates. 1950 wurde er Generalsekretär des Zentralkomitees der SED und später Erster Sekretär.
Unter seiner Führung wurde die DDR nach sozialistischem Vorbild umgebaut. Die SED kontrollierte immer stärker Staat, Wirtschaft und Gesellschaft.
1952 erklärte die Parteiführung den „Aufbau des Sozialismus“ zur zentralen Aufgabe. Dazu gehörten unter anderem der Ausbau der Planwirtschaft, die Verstaatlichung und später die stärkere Kollektivierung der Landwirtschaft.
Walter Ulbricht und der 17. Juni 1953
Steigende Arbeitsnormen, wirtschaftliche Probleme und politische Unzufriedenheit führten im Juni 1953 zunächst zu Arbeiterprotesten. Daraus entwickelte sich der Volksaufstand vom 17. Juni 1953.
Die Proteste richteten sich zunehmend gegen die politische Führung der DDR. Sowjetische Truppen schlugen den Aufstand nieder. Ulbricht konnte seine politische Position anschließend sichern und blieb an der Spitze der SED.
In den 1960er-Jahren unterstützte Ulbricht außerdem Wirtschaftsreformen. Das Neue Ökonomische System sollte die Planwirtschaft leistungsfähiger und flexibler machen.
Walter Ulbricht und die Berliner Mauer
Der bekannteste Teil von Walter Ulbrichts Politik ist eng mit der Berliner Mauer verbunden. Bis 1961 verließen Millionen Menschen die DDR und die sowjetische Besatzungszone in Richtung Westen, viele von ihnen über Berlin.
Am 15. Juni 1961 sagte Ulbricht auf einer internationalen Pressekonferenz den berühmt gewordenen Satz:
„Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.“
In der Nacht vom 12. auf den 13. August 1961 begann jedoch die Abriegelung der Grenze zwischen Ost- und West-Berlin. Straßen wurden gesperrt und zunächst Stacheldraht, später massive Grenzanlagen errichtet.
Die Bundeszentrale für politische Bildung beschreibt den Mauerbau als entscheidenden Schritt zur Abriegelung der DDR gegenüber dem Westen. Die Grenze sollte vor allem verhindern, dass weiterhin große Teile der Bevölkerung die DDR verließen.
Walter Ulbrichts Frau, Kinder und Privatleben
Wer war Lotte Ulbricht?
Lotte Ulbricht, geborene Kühn, war ebenfalls Kommunistin und arbeitete lange im Umfeld der Partei. Sie lebte bereits während der Moskauer Jahre mit Walter Ulbricht zusammen und wurde später seine Ehefrau.
Walter und Lotte Ulbricht hatten eine Adoptivtochter namens Beate Ulbricht. Über das Familienleben gibt es deutlich weniger gesicherte öffentliche Informationen als über Ulbrichts politische Karriere.
Walter Ulbrichts Sturz, Tod und Bedeutung
Warum wurde Walter Ulbricht entmachtet?
Ende der 1960er-Jahre nahmen Konflikte innerhalb der SED-Führung zu. Auch das Verhältnis zur sowjetischen Führung spielte beim Machtwechsel eine wichtige Rolle.
Am 3. Mai 1971 wurde Ulbricht als Erster Sekretär der SED abgelöst. Sein Nachfolger wurde Erich Honecker. Ulbricht blieb zwar Staatsratsvorsitzender, verlor aber einen großen Teil seines politischen Einflusses.
Walter Ulbricht starb am 1. August 1973. Heute gilt er als zentrale Figur der DDR-Geschichte. Seine politische Laufbahn steht besonders für den Aufbau der SED-Diktatur, die enge Bindung der DDR an die Sowjetunion und die Teilung Berlins durch die Mauer.
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Häufig gestellte Fragen zu Walter Ulbricht
Wann wurde Walter Ulbricht geboren?
Walter Ulbricht wurde am 30. Juni 1893 in Leipzig geboren.
Welche Partei führte Walter Ulbricht?
Ulbricht gehörte zunächst der SPD und später der KPD an. Nach 1946 war er einer der führenden Politiker der SED.
Hat Walter Ulbricht die Berliner Mauer gebaut?
Ulbricht war als SED- und DDR-Führer maßgeblich an der Politik beteiligt, die zur Schließung der Grenze zu West-Berlin 1961 führte. Die Entscheidung stand zugleich im engen Zusammenhang mit der Sowjetunion.
Wer war die Frau von Walter Ulbricht?
Seine langjährige Partnerin und spätere Ehefrau war Lotte Ulbricht, geborene Kühn. Auch sie war politisch in der kommunistischen Bewegung aktiv.
Wann starb Walter Ulbricht?
Walter Ulbricht starb am 1. August 1973, rund zwei Jahre nachdem Erich Honecker ihn an der Spitze der SED abgelöst hatte.